Wirtschaftsverkehr in Ballungsräumen

Unbenannt

Stavanger: ELCIDIS - Electric Vehicle City Distribution System, Norwegen

Schlüsselworte

Straßengüterverkehr, Distributionsverkehr, Eigen- und Fremdverkehr, Elektrofahrzeuge, Kleinmengentransport, KEP-Dienst

Raumbezug

Das Projekt bezieht sich auf die norwegische Stadt und Region Stavanger.

Strukturelle Merkmale

Die Stadt Stavanger ist an der Südwestküste Norwegens gelegen. Die Stadt hat rund 100.000 Einwohner. Inklusive des direkten Umlandes sind es 225.000 Einwohner. Die Stadt ist Teil des Bezirks Rogaland mit 360.000 Einwohnern und einer Fläche von rund 9.000 Quadratkilometern. Für das Projekt werden insgesamt acht Elektrofahrzeuge (Vans) eingesetzt, die größtenteils für den Eigentransport von zwei Unternehmen (LYSE Energi AS, POSTEN) und der öffentlichen Verwaltung (Stadtverwaltung Stavanger, Statens Vegevesen Rogaland) eingesetzt werden.

Beteiligte Akteure

Ein regionales Energieversorgungsunternehmen LYSE Energi AS (Koordination), die norwegische Post (POSTEN), die Stadtverwaltung (City of Stavanger) sowie die staatliche Straßenverwaltung (Statens Vegvesen Rogaland).

Ausgangssituation

Die Verkehrspolitik Stavangers konzentriert sich auf die Interaktion und Integration verschiedener Arten des Transports, um die negativen Effekte des Verkehrs auf ein Minimum zu reduzieren. Die Einführung von Elektrofahrzeugen ist ein Teil dieser integrierten Transportpolitik. Im letzten Jahrzehnt hat Stavanger bereits elektrobetriebene Minibusse sowie elektrobetriebene Privatfahrzeuge eingeführt. Ein Schwerpunkt der Verkehrspolitik konzentriert sich auf eine sauberere und effizientere Warendistribution. So dürfen u. a. Fahrzeuge die Innenstadt Stavangers nur noch vor 11 Uhr befahren. Die Einführung von Elektrofahrzeugen wird als ein weiterer Schritt in Richtung der Verringerung der Belastung der Innenstadt durch den Lieferverkehr gesehen.

Zielsystem

Die Vorteile der Warendistribution mit Elektrofahrzeugen in städtischen Gebieten sollen für alle betroffenen Parteien, wie z. B. Transportunternehmen, Ladenbesitzer, Wirtschaft, Bewohner und Einkäufer, transparent gemacht werden und überprüft werden.

Um dies zu erreichen, ist das Hauptziel des europaweiten ELCIDIS-Projektes die Bewertung der Effizienz und der Auswirkungen auf die Umwelt eines auf Elektrofahrzeugen basierenden Warendistributionssystems.

Zur Zielerreichung wurden mehrere Unterziele formuliert: Die technische Spezifizierung von Elektrofahrzeugen, die für Warendistribution in Städten eingesetzt werden können sollen ermittelt werden. Das angestrebte Endresultat des gesamten Versuchsprojektes ist die Erstellung von Richtlinien und Empfehlungen zur erfolgreichen Nutzung von Elektrofahrzeugen für Distributionsaktivitäten in Städten, um so den Markt für Elektrofahrzeuge zu erweitern.

Maßnahmen

In Stavanger wurden acht elektrobetriebene Vans eingesetzt.

Umsetzung

ELCIDIS ist eines der "Integrierten Transportprojekte", welche durch das THERMIE-Programm der Europäischen Kommission unterstützt werden. Das gesamte ELCIDIS-Projekt ist eine Kooperation zwischen sieben europäischen Städten und CITELEC (European association of cities interested in the use of electric vehicles). Die Projektkoordination liegt bei der umweltpolitischen Abteilung der Stadt Rotterdam. Die beteiligten Städte sind Rotterdam, Stockholm (vgl. entsprechendes Fallbeispiel), LaRochelle, Erlangen, Mailand, Lombardia und Stavanger.

Die Fahrzeuge sollen jeweils 30 Monate vor Ort im Einsatz bleiben. Die erfolgreichen Projekte sollen verlängert und ausgebaut werden.

Drei beteiligten Unternehmen und Verwaltungen stehen diese Vans für die hausinterne Warendistribution zwischen den verschiedenen Stand- und Einsatzorten zur Verfügung. Über den derzeitigen Stand des Gesamtprojektes ist keine Aussage möglich. Das Stavangerprojekt endet in der zweiten Hälfte des Jahres 2002.

Ist-Zustand

Das gesamte EU-Projekt lief offiziell vom 01.03.1998 bis 31.08.2001, wurde jedoch innerhalb der Projektlaufzeit bis zum 31.07.2002 verlängert.

Wirkungsabschätzung

Der Endbericht des Projektes liegt noch nicht vor. Dieser evaluiert das Projekt umfassend und wertet die gesammelten technischen Daten aus, um so zu Handlungsempfehlungen bei der Übertragung auf andere Städte geben zu können.

Mit sieben von acht Fahrzeugen wurden bisher durchweg positive Erfahrungen gemacht, während ein Fahrzeug Batterieprobleme aufweist.

Bei dem Projekt wird deutlich, dass die Einführung der Elektrofahrzeuge ein Baustein eines Gesamtkonzeptes zur Reduzierung der Umweltbelastung durch Lieferverkehr sein kann.

Wie groß die Auswirkungen des Projektes auf Stavanger und die Region sein werden, ist aufgrund fehlender näherer Angaben und Kenntnisse des Ortes momentan schwer einzuschätzen.

Informationsquellen

ELCIDIS: 8th Progress Report, 8th Half year report, September 2001 - March 2002, April 2002 o. O.
http://www.elcidis.org, 22.10.02.
http://www.elcidis.org/stavanger.htm, 22.10.02 (ELCIDIS Homepage, Stavangerprojekt).

Ansprechpartner

Gesamtprojekt ELCIDIS:
Municipality of Rotterdam
Ton Vermie (Projektkoordination)
Tel.: (+31) 10 489 6185
Fax: (+31) 10 489 6231
E-Mail: elcidis@gw.rotterdam.nl

Projekt Stavanger:
LYSE ENERGI AS
Harald N. Røstvik
Tel.: (+47) 51 53 3442
Fax: (+47) 51 52 4062
E-Mail: sunlab@rl.telia.no

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